Von Zuhause ausziehen – Meine Tipps & Erfahrungen

schluesselbund

Mbote 👋🏾

Neulich stöberte ich mal wieder auf YouTube rum, als ich auf das Video einer französischen Youtuberin zum Thema „Von zuhause wegziehen“ stieß. Sie brachte mit ihrem ersten Tipp alles Wichtige auf den Punkt. Nämlich: „Wenn du darüber nachdenkst auszuziehen, tu es nicht„.

Spaß beiseite. Die Gründe für einen Auszug aus dem komfortablen Elternhaus sind verschieden: Unabhängigkeit und Freiheit, Ausbildung, Liebe uvm. Aber eine Gemeinsamkeit haben sie: Das Leben ohne Eltern ist nicht ohne. Daher meine Tipps und Erfahrungen damit du den ultimativen [Auszugswahnsinn] überlebst. (Wenn du den Sender Nick hattest, erkennst du die Analogie .)

1 Die (harte) Wohnungssuche

Wann beginne ich mit der Suche?

Je nachdem wo du hinziehen möchtest, gestaltet sich die Wohnungssuche einfacher und schwieriger. Deswegen kann ich dir raten frühzeitig mit der Suche anzufangen. Ich weiß, manchmal lässt es sich nicht vermeiden —  z. B. wenn du ewig auf deinen Zulassungsbescheid warten musst. Aber sobald alles in trockenen Tüchern ist, solltest du deine Augen für deine Traumwohnung offen halten. Denn nicht jede Wohnung, die du besichtigst, gehört automatisch dir.

Wie will ich wohnen?

Was du dir vor der Suche natürlich überlegen musst, ist wie du wohnen möchtest.

  • WGs eignen sich, wenn dein Budget eher gering ist oder du einfach nicht komplett alleine leben möchtest. Bei der Wahl einer passenden Wohngemeinschaft solltest du auf dein Bauchgefühl hören und nicht nur aus Verzweiflung einziehen. Das erspart dir einige Probleme, aber mehr dazu in einem anderen Post.
  • (Günstige) 1-Zimmerwohnungen sind in Großstädten ziemlich rar, aber wenn du was passendes findest, solltest du sofort zuschnappen. Du hast nämlich den Vorteil nicht auf andere achten zu müssen. Du kannst dich frei bewegen. Laute Musik hören wann und wie du möchtest und alles bleibt sowie du es hinterlassen hast.
  • Wohnheim Die günstigste Wohnart für junge Menschen ist das Leben im Wohnheim. Es gibt eine Vielzahl an Studentenwohnheimen, aber auch private und kirchliche Träger bieten Plätze an. Ganz wichtig: Es gibt Bewerbungenfristen, also erkundige dich frühzeitig. Meistens kannst du deine Bewerbung sogar schon ohne Immatrikulations- oder Schulbescheinigung einreichen.

Wo finde ich denn Wohnangebote?

Das Internet ist eine große Hilfe bei der Wohnungssuche. Das beliebteste Onlineportal mit vielen Einträgen ist wg-gesucht.de. Du kannst dir dort einen Live-Ticker einstellen, der dir eine Mail verschickt, sobald ein Angebot eingestellt wird, dass deinen Anforderungen entspricht. Bei den vielen Anfragen, die die Vermieter erhalten, sollte du schnell sein. Auch viele Facebook-Gruppen wie „Wohnung und WG München“ können dir dabei helfen ein Zimmer zu finden. Bei Freunden und Bekannten kannst du dich auch umhören. Manchmal springen gute Wohnungen bei raus.

2 Wie finanziere ich mir den Auszug?

Der finanzielle Aspekt beim Ausziehen ist nicht zu unterschätzen. Denn alleine Wohnen bedeutet leider auch alleine Rechnungen zahlen.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

  • Neben der Miete kann es sein, dass du beim Einzug eine Kaution hinterlassen musst. Dies kann bis zu 3 Monatskaltmieten betragen, also im Durchschnitt um die 1300 €.
  • Wenn du überleben möchtest, musst du natürlich Essen. Die Ausgaben variieren je nachdem wie viel du isst, ob du alleine kochst oder oft auswärts isst und was du isst.
  • Weitere Ausgaben sind: Ausgehen, Klamotten, Einrichtung,  Studiengebühren, Lernmaterial, Mobilität (Auto, Fahrkarte, etc.) usw.

Woher kriege ich Geld?

Weil man für sein Geld natürlich auch was tun musst, ist ein Neben- oder Werkstudentenjob nicht verkehrt. Ansonsten helfen dir BAföG, Studienkredite, Wohngeld & Co. über die Runden zu kommen. Ich weiß, wenn man sich dazu entschließt auszuziehen, dann möchte man eigentlich den Eltern beweisen, dass man unabhängig ist. Trotzdem tut etwas finanzielle Unterstützung der Eltern immer gut.

3 Der Haushalt macht sich nicht von selbst.

Nicht nur Rechnungen musst du nach dem Verlassen von Hotel Mama selber zahlen. Jetzt bist du auch fürs Kochen, Wäsche waschen, Putzen und Einkaufen zuständig. Wenn du kein Auto besitzt, dann solltest du beim Lebensmittel shoppen darauf achten, nicht alles mitzunehmen, was dir optisch gefällt oder gerade im Angebot ist. You’ll thank me later…

4 Lästiger Papierkram

Man glaubt es gar nicht, aber um auszuziehen ist mega viel Papierkram zu erledigen.

  • Ummelden im Bürgerbüro — Sei früher da, um dir unnötige Wartezeiten zu ersparen. Außerdem brauchst du eine Bestätigung deines Vermieters über deinen neuen Wohnsitz.
  • Formulare für finanzielle Unterstützung ausfüllen — Du wirst mindestens ein Dokument nachreichen müssen, weil die ganzen Formblätter trotz Erklärungen einfach unverständlich sind. Außerdem dauern die Bearbeitungszeiten ziemlich lange.
  • Neue Adresse wichtigen Ämtern und Personen mitteilen.
  • Wenn du in eine eigene Wohnung ziehst, solltest du Schäden und Zählerstände bei der Wohnungsübergabe protokollieren.

Fazit

Das Leben ohne Eltern ist manchmal schon ziemlich anstrengend, aber es ist eine tolle Erfahrung, die dir dabei helfen wird erwachsen zu werden. Ich hoffe ich konnte dir einige Tipps geben, die dir dabei helfen deinen Auszug zu organisieren und zu meistern. Wenn du schon von zuhause ausgezogen bist und dir noch etwas einfällt, das gesagt werden muss, dann schreib es gerne in die Kommentare.

Danke, dass du den Beitrag bis hierhin gelesen hast. Ich bin ziemlich glücklich über die positive Resonanz, die ich zu meinen bisherigen Beiträgen erhalten habe. Ich freue mich auf weiteren Austausch.

Bis nächsten Montag,

Hella @naturalelikia

8 Kommentare bei „Von Zuhause ausziehen – Meine Tipps & Erfahrungen“

  1. Ein hilfreicher Beitrag für alle jungen Menschen denke ich. Denn meist unterschätzt man das was auf einen zukommt, je nachdem wie und wo man erzogen wurde.
    Liebe Grüße
    Anne

    1. Hallo Anne 🙂

      Danke, für deinen Kommentar.
      Ja, das denke ich auch. Ich habe vor allem unterschätzt wie anstrengend die Wohnungssuche ist, deswegen macht er auch deinen größten Teil meines Beitrags aus. Aber es gibt sicherlich noch andere individuelle Hürden, die auf einem zukommen.

      Liebe Grüße
      Hella

  2. Juhu,
    ein toller Artikel, der sicherlich bei unseren Jugendlichen mega gut ankommt. Ich selbst hatte solche Hilfe im Netz damals leider noch nicht. Ich bin mit 17 ausgezogen und musste lernen, schnell auf eigenen Beinen zu stehen… das hatte den Nachteil, dass ich einer Ausbildung nachgegangen bin, deren Beruf ich heute nur noch ungern ausübe. In ein paar Monaten werde ich aber eine Umschulung beginnen, um mich endlich in meinem Beruf wohler zu fühlen!
    Ich würde daher das Elternhaus nur verlassen, wenn man sich zuhause nicht mehr wohl fühlt… denn das Elternhaus ist einfach vorteilhafter und man kann sich mehr auf die Ausbildung oder das Studium konzentrieren! 😉

    Liebe Grüße

  3. Ach allein das Thema Wohnungssuche ist auch im späteren Leben eine Herausforderung in Großstädten wie München. Aber sicher sehr hilfreiche Tipps für junge Leute. Ich bin ja eher so Sorte Mensch, einfach mal machen. LG, Cindy

  4. Toller Artikel mit wertvollen Tipps! 🙂
    Vor allem die Wohnungssuche ist aktuell ja sehr schwierig – vor allem in Großstädten fast ein Ding der Unmöglichkeit! :/

    So ein Umzug, sei es der aller Erste überhaupt oder ein weiterer – ist immer wahnsinnig stressig und mit vielen Pflichten verbunden. Dennoch bringt jeder Umzug so viel schönes auch mit sich! 🙂

    Danke für den tollen Beitrag.

    Liebe Grüße aus Berlin. ♥

    http://www.ChristinaKey.com

  5. Gut zusammengefasst. Wichtig ist aber dennoch sich genau zu überlegen was man will. Also ob eine WG das Richtige ist, oder ob man lieber für sich ist. Denn schließlich hat man zu dem Zeitpunkt idR ziemlich lange in einer Familie gewohnt. Uns so lustig es sein kann so stressig ist das auch. Und man steht halt doch nicht so ganz auf eigenen Füßen …

  6. Great tips provided. Ich glaube dass es wichtig ist, viele Informationen zu sammeln bevor man umziehen muss. Alleine zu leben direkt aus dem Eltern Haus ist echt nicht einfach aber muss gemacht werden!
    Beautifully written!! Ich bin ein Fan und lerne von dir deutsch. Vllt wenn du lust hast, kannst du mir vorbei bringen, mein Deutsch zu verbessern.

    1. Thank you, for the lovely words. ❤️
      Stimmt, es ist ein sehr wichtiger Schritt um erwachsen und autonom zu werden.

      Aww, das bedeutet mir sehr viel. Merci. Klar, gerne. An meinem Englisch muss auch noch gefeilt werden. 😁 Ich würde sagen: „Hallo, Tandempartnerin“ 👋🏾😘

Schreibe einen Kommentar

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.