Empowerment | „Mädels, die sich für Technik interessieren [ sollten sich einfach selbst treu bleiben]“ – Ein Interview mit Caroline G.

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Mbote 👋🏾

Wenn du schon auf meiner Über mich-Seite warst, wirst du gesehen haben, dass ich einen Bachelor-Abschluss in „Mechatronik und IT“ habe. Da es leider für viele noch sehr ungewöhnlich ist, wenn Frauen sich dazu entscheiden einen technischen Beruf zu erlernen, wollte ich euch in Zukunft verschiedene Frauen vorstellen, die diese Entscheidung getroffen haben. Damit möchte ich dich oder andere Mädels in deinem Umfeld ermutigen, eventuell auch einen Beruf in diesem Zweig in Betracht zu ziehen – egal wie „außergewöhnlich“ andere es finden. Die erste Person, die ich interviewen durfte, ist die Caroline. Sie berichtet uns über ihre Motivation zur Berufswahl, wie sie sich als Frau in einer Männerdomäne fühlt und warum es sich lohnt diesen Berufszweig auszusuchen.

Das Interview

Steckbrief

 Name  Caroline Gasse
 Alter  29
 Wohnort  Bonn
 Herkunft  Sambia
 Beruf  Elektronikerin
Hobbies  backen, kochen, Musik hören, schreiben, lesen, Sport, PCs und Laptops auseinander bauen und experimentieren

Die Fragen

Welchen Karriereweg hast du gewählt?

„Ich habe die Technik-Welt als Karriereweg ausgewählt. Ich habe „Elektronikerin für Geräte und Systeme“ gelernt und die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen.“

Wie kamst du dazu? Warum Technik?

„Seitdem ich ein Kind in Sambia war, wollte ich Landwirtin werden, sowie mein Papa. Als wir dann unser, zweites Haus von Grund auf bis zum Dach gebaut haben, wurde mir klar, dass ich nicht im Büro sitzen wollte bzw. etwas Bürokratisches, sondern eher etwas Handwerkliches machen wollte.“

Mit wievielen Frauen hast du zusammen gelernt bzw. arbeitest du?

„Ich war das einzige Mädchen in einer Klasse mit 29 Jungs. Ich war nicht nur das einzige Mädchen, sondern auch eine der einzigen Schwarzen in der Berufsschule. Komplett waren wir denk ich zu fünft.“

Wie viele Mädels kennst du, die einen ähnlichen Beruf ausüben?

„Ich kenne drei Mädels, die Mechatronikerin, Feinwerk-Mechanikerin und Elektronik-Ingenieurin gelernt haben. Ansonsten ist es nicht gerade üblich Frauen in solchen Feldern zu finden.“

Wie erging es dir während der Ausbildung als einzige Frau?

„In der Ausbildung fand ich es komischerweise überhaupt nicht schlimm die einzige Frau zu sein. Ich muss sagen, die Jungs haben mich ab und zu mal wie eine Prinzessin behandelt. Fühlte mich also auf jeden Fall öfters bevorzugt.

In Fächern wie Sport habe ich denen bewiesen gehabt keine Prinzessin zu sein, da ich Fußball gerne in Sambia gespielt habe (als Kind), Volleyball habe ich fast jedes Wochenende damals gespielt, bin im Schützenverein und war auch in einem Boxverein hier in Bonn. Also man weiß ich arbeite zwar in einem von Männern dominierten Feld, bin „aber“ immer noch eine Frau. Bin als Tomboy aufgewachsen, falls das Sinn macht. 😊“

Hast du dich aufgrund deines Geschlechts schon einmal benachteiligt oder bevorzugt gefühlt?

„Ich hatte nie Probleme, ganz im Gegenteil. Man hört eher näher zu wenn ich was sage, als wurden sie es ganz außergewöhnlich finden und beeindruckt sein, dass ich weiß wovon ich spreche. Auch wegen meiner Herkunft wird extra vorsichtig zugehört, um zu schauen wie gut ich denn Deutsch sprechen kann, ganz faszinierend für manche.“

Machen viele Mädels ein Praktikum bei euch? Welches Feedback erhaltet ihr von den Schülerinnen?

„Bisher habe ich nur ein Mädchen zum Praktikum bei uns gehabt. Ich war für sie zuständig und habe ihr andere Bereiche gezeigt,  Bereiche wo die Feinwerk-Mechatronikerin arbeitet zum Beispiel, hier im Institut gibt es sehr viele verschiedene Bereiche und ich wollte ihr unbedingt eine Menge zeigen wovon sie Ihre eigene Eindruck und Ideen rausmachen kann. An einem Tag sieht man nicht viel, aber genug um zu wissen, ob man sich sowas vorstellen kann.“

Was kannst du den Mädels raten, die auch etwas Technisches erlernen wollen?

„Ich würde Mädels, die sich für Technik interessieren oder sich dafür entscheiden dazu raten, einfach sich selbst treu zu bleiben. Du musst dir nicht aus dem Weg gehen, um Leuten zu beweisen wie „weiblich“ du bist nur wegen deinem Job. Du bist eine Frau und arbeitest bloß im gleichen Bereich, es macht dich nicht weniger weiblich und im Endeffekt machst du es nicht um irgendwas zu beweisen, sondern weil es für dich eine Normalität ist/wird. Klingt einfach, aber mit dieser Denkweise bewege ich mich nach vorne.  Wenn andere sehen, dass es normal ist, für eine Frau im Bereich Technik zu arbeiten dann sieht die Berufswelt plötzlich ganz anders aus.“

Caroline du bist ein tolles Vorbild für viele Mädels. Danke für dein Interview. 😊

Caroline teilt gerne Einblicke ihrer Arbeitswelt in ihren Instagram-Stories. Aber nicht nur das. In ihrem zweiten Account zeigt sie uns gerne ihre Backkünste. Viel Spaß beim Durchstöbern.

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Wenn du auch eine Frau in deinem Bekanntenkreis kennst, die einen technischen Beruf ausübt und für viele Mädels ein Vorbild sein könnte, schreib mir gerne einen Kommentar oder eine Mail über das Kontaktformular. Ich finde nämlich auch, dass es viel mehr Mädels im Technikbereich geben sollte. Machst du eine „gewöhnliche“ Ausbildung oder eher etwas „Außergewöhliches“? Verrate es uns gerne in den Kommentaren und vergiss nicht zu erwähnen, wie du auf diesen Beruf kamst?

Ich freue mich auf dich. Danke für’s Lesen.

Deine Hella @naturalelikia <3

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